Wer ist Weltbürger?

 

Weltbürger ist jeder Mensch, der sich zur globalen Gemeinschaft der Menschheit bekennt und sich ihr gegenüber solidarisch verhält, egal in welchem Land er lebt und welche Staatsangehörigkeit er besitzt.

Es ist nicht notwendig, dass er dafür seine nationale Zugehörigkeit vernachlässigt oder aufgibt. So wie der Bürger einer Stadt gleichzeitig Bürger seines Staates ist, können zum Beispiel viele Europäer heute ebenso Bürger der Europäischen Union sein.

Ein Weltbürger braucht auch nicht seine kulturelle Identität zu verleugnen. Die kulturelle Vielfalt der Völker zu pflegen und zu schützen ist ein hochrangiges Anliegen engagierter Weltbürgerinnen und Weltbürger.

Ein bekanntes Schulbuch zum Fach "Gemeinschaftskunde" bzw. "Staatsbürgerliche Bildung" aus den 60er Jahren.

 

Natürlich wird tatsächliches Weltbürgertum heute immer noch als Utopie gewertet, denn es gibt ja keinen Weltstaat, in dem man Bürger sein könnte. Dennoch verbreitet sich das Weltbürgerbewusstsein immer weiter. Laut einer Umfrage von GLOBESCAN in 2015/16 fühlten sich knapp über die Hälfte der Befragten eher als Weltbürger denn als Bürger ihres jeweiligen Landes. Quelle: SPIEGEL ONLINE

Die Weltbürger-Idee ist auch nicht neu. Man kennt soe bereits seit der Antike:

"Ich bin weder Athener noch Grieche, sondern ein Bürger der Welt."  (Sokrates 470 - 399 v.Chr.)

 

Ähnlich äußerten sich viele Größen der Weltgeschichte: Philosophen, Religionsführer, Künstler, Wissenschaftler, Entdecker und Politiker. Dreizehn renommierte Persönlichkeiten richteten sich im März 1966 in ihrem "Aufruf der 13" (PDF) an die Weltbevölkerung:

 

"Der erste Schritt, den wir selber schon getan haben und zu dem wir alle auffordern, ist einfach und wirksam: SICH ALS WELTBÜRGER EINZUSCHREIBEN."

 

Seit 1949 gibt es dafür das Weltbürger-Register. Mehr dazu auf der nächsten Seite.